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Wenn der Bauch kribbelt: Warum Konfliktlösung bei uns Erwachsenen beginnt

Haben Sie schon einen Blick in das aktuelle SPIEGEL Wissen (Ausgabe 2/2025) geworfen? Unter dem Titel „Konfliktlösung in Kitas und Schulen“ widmet sich das Magazin einem Thema, das uns täglich bewegt: Wie lernen Kinder eigentlich streiten? Und noch wichtiger: Wie lernen sie, sich wieder zu vertragen?

Besonders ein Aspekt auf Seite 22 des Heftes hat mich beim Lesen sofort innehalten lassen: Die Feststellung, dass Gefühle mittlerweile fester Bestandteil von Bildungsplänen sind. Das ist ein gewaltiger Schritt! Aber der Artikel legt den Finger auch in eine Wunde, die wir in unseren Seminaren oft erleben: Damit Kinder lernen, ihre Gefühle zu benennen, brauchen sie Erwachsene, die das vorleben können.

„Was brauchst du gerade?“

Der Artikel beschreibt sehr treffend, dass Konflikte Lerngelegenheiten sind. Wenn in der Bauecke die Klötze fliegen oder beim Rutschen gedrängelt wird, ist das keine Störung des Ablaufs, sondern der Moment, in dem sozial-emotionale Bildung stattfindet. Schon Krippenkinder profitieren davon, wenn wir Emotionen benennen – etwa das „Kribbeln im Bauch“, wenn es die Rutsche hinuntergeht.

Doch hier kommt die Herausforderung, die der Spiegel auf den Punkt bringt: „Wem es als Erwachsenem schwerfällt, über eigene Wünsche und Gefühle zu sprechen, der wird es schwer haben, Kinder in Sachen Selbstreflexion und Empathie zu schulen“.

Kennen Sie das? Wir erwarten von den Kindern, dass sie „Sagen, was sie stört“, statt zu hauen. Aber wie steht es um unsere eigene Sprachfähigkeit, wenn wir gestresst sind? Genau an diesem Punkt setzt unsere Haltung an, die wir auch in unserem Seminar Beziehung vor Erziehung in den Mittelpunkt stellen. Es geht nicht primär um Erziehungstricks, sondern darum, als Erwachsener erst einmal die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, um dann authentisch in Beziehung gehen zu können. Nur wer sich selbst spürt, kann auch ein „echter Konfliktkönner“ für die Kinder sein.

Vom „Gefühls-Wirrwarr“ zur klaren Bitte

Im Spiegel-Artikel wird berichtet, wie Kinder bereits ab der ersten Klasse die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) lernen: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte. Ein Mädchen malt Emojis, um Trauer und Freude auszudrücken, andere lernen, Konflikte mit Worten statt Fäusten zu lösen.

Diese Kompetenz fällt nicht vom Himmel. Sie braucht pädagogische Fachkräfte, die sicher in der Methode sind und sie spielerisch in den Alltag integrieren – sei es beim Vorlesen, im Morgenkreis oder direkt im Konfliktmoment. Wenn Sie Lust haben, genau diese Expertise in Ihre Einrichtung zu tragen und zur Ansprechperson für wertschätzendes Miteinander zu werden, dann ist unsere Weiterbildung zur Fachkraft für Gewaltfreie Kommunikation in Kitas vielleicht genau der nächste Schritt für Sie. Denn wie der Artikel schön zusammenfasst: Es lohnt sich, Kindern ein großes Repertoire an Wörtern für ihre Emotionen zu schenken.

Fazit: Konflikte als Chance

Ob es der Streit um den Apfel im Schulgarten ist oder die Diskussion über Bauklötze – Streit ist normal. Der Spiegel-Artikel bestätigt eindrucksvoll, was wir in unserer Arbeit täglich spüren: Wenn wir Kindern helfen, ihre Bedürfnisse zu verstehen, stärken wir sie für ihr ganzes Leben. Und das beginnt immer bei uns selbst.

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