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Wenn der Kita-Alltag schmerzt: Warum wir jetzt füreinander da sein müssen

Habt ihr den Artikel in Spiegel Online vom 12.12.2025 zum Thema „Mangelnder Kinderschutz in Kitas gelesen“? Vielleicht ging es euch wie mir: Der Atem stockt, und ein schweres Gefühl macht sich in der Magengegend breit. Die neue Bertelsmann-Studie legt offen, was wir oft nur ahnen oder im hektischen Alltag verdrängen: In vielen Kitas gehören Beschämung, Zwang oder fehlender Trost leider immer noch zur Realität.

Die Zahlen sind erschütternd – ein Viertel der Fachkräfte beobachtet häufig solches Verhalten im eigenen Team. Doch was mich beim Lesen der Studie am meisten berührt hat, ist nicht nur das Leid der Kinder, das uns allen das Herz bricht. Es ist auch die Not der pädagogischen Fachkräfte.

Ihr seid nicht allein mit eurer Ohnmacht

Die Studie zeigt deutlich: Wer Fehlverhalten beobachtet, leidet oft massiv mit. Hilflosigkeit, Scham, Schuldgefühle und sogar körperliche Beschwerden sind ständige Begleiter vieler Erzieher:innen. Viele von euch wollen die Kinder schützen, aber ihr wisst nicht wie. Die Angst, als „Verräter:in“ dazustehen, Konflikte im Team auszulösen oder ausgegrenzt zu werden, wiegt schwer.

Vielleicht kennt ihr diesen inneren Konflikt: „Wenn ich jetzt etwas sage, sprengt das unser Team – und wir sind doch eh schon so wenige.“

Der Schlüssel liegt im Miteinander

Aber hier ist die gute Nachricht, die uns Hoffnung macht: Die Studie belegt, dass nicht allein der Personalmangel über das Wohl der Kinder entscheidet. Der wichtigste Schutzfaktor ist die Qualität eurer Teamarbeit. Teams, die offen kommunizieren, die sich gegenseitig wertschätzendes Feedback geben und eine echte Fehlerkultur leben, sind der sicherste Ort für Kinder.

Und genau hier setzt unsere Arbeit mit der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) an.

Vom Schweigen zur Verbindung

Wir glauben fest daran: Gewalt beginnt dort, wo Sprachlosigkeit herrscht. Um Kinder zu schützen, müssen wir lernen, im Team wieder echt miteinander zu sprechen. Nicht übereinander, sondern miteinander. Eine Haltung der BEziehung vor ERziehung gilt nicht nur für die Kinder, sie gilt auch für uns Erwachsene.

Stellt euch ein Team vor, in dem ihr:

  • Ansprechbar seid und Sorgen teilen dürft, ohne verurteilt zu werden
  • Feedback geben könnt – auch zu kritischen Situationen -, weil ihr wisst, dass es nicht als Angriff, sondern als Geschenk für die Qualität eurer Arbeit gesehen wird
  • Leitungen habt, die eure Anliegen ernst nehmen und zeitnah handeln

Hilfe ist möglich

Wir wissen, dass dieser Wandel Kraft kostet und im stressigen Kita-Alltag oft unmöglich erscheint. Doch ihr müsst diesen Weg nicht allein gehen. In unseren Fortbildungen und Coachings, speziell in der Ausbildung zur Fachkraft GFK für Kitas, schaffen wir genau diese Räume. Dabei üben wir nicht nur Methoden, wir entwickeln gemeinsam eine Haltung, die euch stärkt.

Wir nutzen Supervision und Intervision, um den „Zuschauereffekt“ (die Hemmung, vor anderen einzugreifen) zu überwinden und den Gedanken „Das machen die anderen schon“ im Team aufzulösen. Wir lernen, wie wir Fehlverhalten ansprechen können – klar in der Sache, aber verbindend im Ton. Damit ihr wieder mit gutem Gewissen und Freude in eure Gruppen gehen könnt.

Lasst uns gemeinsam hinschauen. Für die Kinder. Und für euch.

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Kontakt:
E-Mail | Tel.: (06 11) 97 13 28 88

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