Beobachten statt Bewerten

Einen Baustein der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) bildet die Beobachtung. Wenn wir es schaffen zu beobachten anstatt zu bewerten (Schlüsselunterscheidung), sorgt das für Klarheit und Verbindung.

Die Menschheit verfügt über ein phänomenales biologisches Programm, das uns das Überleben bis heute ermöglicht hat: die Bewertung. Alles, was wir über unsere Sinne erleben, beurteilen wir – blitzschnell. So manches Mal hat uns dieses Programm vor dem sprichwörtlichen Säbelzahntiger gerettet. Heute leitet es uns durch die Wirren der modernen Zivilisation: innerhalb von nur 34 Millisekunden bewerten wir einen Menschen, den wir neu kennenlernen.

Die Schnelligkeit unseres Gehirns sorgt für Fehleranfälligkeit

Allerdings hat die Schnelligkeit, mit der dieses Programm arbeitet, auch ihre Tücken: unser rationales Gehirn kann bei diesem Tempo nämlich nicht mithalten. Die Schnelligkeit hat also ihren Preis – eine enorme Fehleranfälligkeit. Und genau das bringt uns manches Mal in Teufels Küche: Wir beurteilen Situationen falsch. Naja, werden Sie sagen, wenn wir einen Schatten fälschlicherweise als Ratte beurteilen, passiert außer einem beherzten Sprung zur Seite ja nichts Dramatisches. Stimmt. Aber in der Interaktion mit Menschen, kann uns dieses Programm sehr schnell ein Bein stellen. Wenn hier falsch beurteilt wird, wird unser Kopfkino zum Blockbuster und sowohl interne als auch externe Konflikte sind vorprogrammiert.

Was da hilft? Ganz einfach: Ein bewusster aktiver Schritt aus der Bewertung in die Beobachtung. Was ist eigentlich wirklich passiert? Was nimmt unsere Ratio wahr?

Gerade wegen des seit Tausenden von Jahren erprobten Programmes der Beurteilung ist die Beobachtung nicht so einfach. Doch der Lohn ist dafür umso größer. So hätte es der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti nicht treffender formulieren können: „Die höchste Form menschlicher Intelligenz besteht darin, zu beobachten ohne zu bewerten.“

Beobachtungen sorgen für Klarheit und Verbindung

In der Selbstempathie hilft dieser Schritt oft, sich zu beruhigen und damit seine Gefühle zu kontrollieren.

Im Selbstausdruck ist die Beobachtung die Basis für ein gemeinsames Gespräch. Einer Bewertung wird das Gegenüber selten zustimmen. Und damit ist der Weg blockiert, um über die Bedürfnisse zu sprechen. Eine Beobachtung schafft diese notwendige Verbindung.

Jedes Mal, wenn Sie es schaffen, eine Bewertung in eine Beobachtung umzuformulieren, schaffen Sie eine Grundlage, um mit sich oder einem Mitmenschen in Kontakt zu sein. Und das sind doch Sternstunden – wenn wir in Kontakt sind.

Bleiben Sie dran. Es lohnt sich!

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